Vorurteile und Mythen rund um CrossFit

16/05/2016

Es gibt unzählige Fälle, in denen jemand klarstellt, dass er oder sie auf keinen Fall CrossFit machen würde, weil es gefährlich/ineffizient/teuer/eigenartig etc. ist. In den meisten Fällen ist diese Einstellung entstanden, weil zum Beispiel der Nachbar eines Bekannten CrossFit getestet hat und zum felsenfesten Fazit kam, dass CrossFit gefährlich/ineffizient/teuer/eigenartig ist. Und wenn von einer befragten Personen eine Person bestätigt, dass CrossFit gefährlich/ineffizient/teuer/eigenartig ist, dann sind das 100% die das bestätigen, also verlässt man sich auf das Urteil. Soviel zum Thema wie relevant diese Ansichten meistens sind...

 

Setzen wir erst mal an dem Punkt an, dass CrossFit nicht immer CrossFit ist. Der Begriff an sich ist im Fitnessbereich inzwischen zu einem geflügelten Wort geworden und alles, was im Entferntesten mit CrossFit in Verbindung gebracht werden kann, bekommt das Label (ungerechtfertigter Weise und zudem illegal) aufgedrückt. Zudem wird oft ein Name gewählt, der suggeriert, dass es sich um CrossFit handelt auch, wenn das gar nicht der Fall ist. Was beim Kunden logischerweise zur Folge hat, dass er es als CrossFit betrachtet. Daran lässt sich nichts ändern. Wenn aber beim Thailänder um die Ecke nur das Restaurantschild was mit Thailand zu tun hat, in Wirklichkeit aber Klaus und Hans in der Küche stehen, die zum ersten Mal Kokosmilch sehen, dann kann ich nicht prinzipiell behaupten, der Hype darüber, wie gut thailändisches Essen schmeckt, sei Quatsch, weil es mir beim Thailänder um die Ecke nicht geschmeckt hat.

 

Und dann muss man leider auch eingestehen, dass nicht jede Box gleich ist. Im Grunde ist das nichts Negatives. Aber das bedeutet eben auch, dass es bei CrossFit Boxen schwarze Schafe gibt, die nicht die Qualität bieten, die man sich erhofft. Sichergestellt ist im Grunde nur, dass jede Box über Trainer mit derselben Grundlizenz verfügt. Evtl. finden manche das leichtfertig und nicht ausreichend. Aber wir dürfen auch alle mit PS-starken Metallboliden über die Straße heizen und haben alle nur eine recht einfach zu erwerbende Lizenz dafür. Für diese Lizenz muss man zwar eine genormte Prüfung ablegen, aber trotzdem fährt nicht jeder gleich gut. Genauso sieht es auch mit der CrossFit Trainerlizenz aus.

 

Kurzes Zwischenfazit: Wenn du fitter werden willst, neue Herausforderungen oder Ausgleich zum Alltag suchst, aber aus welchen Gründen auch immer der Meinung bist, das CrossFit nicht die passende Lösung ist, schau dir einfach mal die Box in deiner Nähe an und mach dir selbst ein Bild.

 

 

Und jetzt nehmen wir uns die hartnäckigsten und am meisten Verbreiteten Vorurteile gegenüber CrossFit vor:

 

CrossFit verursacht Verletzungen!

Sportverletzungen kommen überall vor. Wo gehobelt wird, fallen Späne. Es ist aber weder das Ziel, noch unumgänglich sich beim CrossFit zu verletzen. Wir legen in erster Linie Wert auf gesunde, natürliche Bewegungsmuster und dann kommt zweitrangig Intensität hinzu. Und natürlich kann hohe Intensität auch zu Verletzungen führen. Aber wenn sich jemand beim Hürdenlauf zerrt, dann verflucht er nicht direkt die Disziplin und kauft sich ein Paar Nordic Walking Stöcke, sondern er sucht den Fehler bei seiner Technik oder seiner Vorbereitung. Wenn sich also jemand beim CrossFit verletzt, sollte man sich überlegen, ob es eben einfach an der individuellen Bewegungsausführung lag, anstatt direkt das gesamte Trainingskonzept zu verteufeln.

 

Du musst brutal fit sein für CrossFit!

Den Eindruck bekommt man zumindest, wenn man sich die CrossFit Games anschaut. Aber es lässt sich auch keiner vom Radfahren abschrecken, nur weil er die Tour de France gesehen hat. Zwischen Leistungssport und Breitensport ist auch im CrossFit ein Unterschied. CrossFit funktioniert deshalb für jeden, weil die Intensität des Trainings auf jeden zugeschnitten werden kann. Das Ziel ist es, durch CrossFit fit zu werden, egal auf welchem Leistungsniveau man startet.

 

Das Ziel von CrossFit ist es sich zu übergeben, oder besser noch in die Notaufnahme zu müssen!

So was kommt vor und in extremen Fällen muss auch mal ein Athlet ins Krankenhaus. Aber zu sagen es sei das Ziel wäre so, als würde man behaupten das Ziel von Motorsport wäre es, in einem Autowrack zu verbrennen (entschuldigt den makabren Vergleich, aber das man nach dem Workout mit Leberversagen am Tropf hängt ist genauso überspitzt).

Wo genau die Grenzen der körperlichen Leistungsfähigkeit liegen, findet man nur heraus, wenn man die Grenzen auch ab und zu überschreitet. Da kann es auch passieren, dass der Körper jeden unnötigen Ballast abstößt. Dann übergibt man sich eben, sowas passiert und fürs nächste Mal weiß man dann, wo Schluss ist. Sich aber als Freizeitsportler Sorgen wegen Rhabdomyolyse zu machen ist so übervorsichtig, wie Haifischsichtungen zu googeln bevor man in der Ostsee baden geht.

 

CrossFit ist auch nur ein weiterer Gruppen-Fintess-Trend!

Wie lange sich CrossFit halten wird, kann nur die Zeit zeigen. Fakt ist, dass CrossFit weltweit zu den am deutlichsten wachsenden Sport- und Freizeitangeboten gehört und sich dieser Trend seit Jahren durchsetzt. Und da CrossFit auf Trainingsweisen setzt, die sich seit etlichen Jahrzehnten bewährt haben (es ist eher unwahrscheinlich, dass Kniebeugen, Laufen etc. in naher Zukunft als unnötige sportliche Bewegungsabläufe abgestempelt werden), sind Trainingserfolge im Grunde garantiert. Trends verschwinden, wenn man sie satt hat. Solange Menschen mit CrossFit ihre Gesundheit und Leistungsfähigkeit steigern, stehen die Chancen nicht schlecht, dass sie das auch beibehalten wollen.


CrossFit wird dein Leben bestimmen, weil es wie eine Sekte ist!

Wie sehr du dich mit deinem neuen Hobby identifizierst ist deine Sache. Wenn CrossFit zu deinem Lebensinhalt wird und du hingebungsvoll all deine Freizeit dafür aufopferst, dann ist das deine Entscheidung. Es zwingt dich auch niemand dazu, jedem davon zu erzählen wie toll CrossFit ist. Klar, CrossFit polarisiert und es bilden sich Gruppen, die auch über die Workouts hinaus Zusammenhalt haben. Sowas wirkt sich auch auf die restliche Freizeitgestaltung und den Lebensstil aus. Aber das sind meist keine negativen Einflüsse. Und das CrossFitter phasenweise fast über so etwas wie eine Geheimsprache verfügen liegt einfach an den Fachbegriffen und Floskeln.

Wir sind weder eine Sekte, die dich dazu bringt dein Leben aufzuopfern, noch ein Geheimbund wie die Freimaurer, bei denen sich die Mitglieder über geheime Zeichen verständigen und ein Doppelleben führen.

 

Du darfst kein Getreide und keine Milchprodukte mehr essen und musst all deine Mahlzeiten selbst jagen!

Du hast von der Paleo Diät gehört. CrossFit schreibt dir aber keine bestimmte Ernährungsphilosophie vor. Natürlich empfiehlt CrossFit eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Und viele CrossFitter entscheiden sich daher dazu ihre Ernährung nach der Paleo Diät auszurichten. Aber das ist weder verpflichtend noch unbedingt notwendig. Und ganz nebenbei bemerkt: die offiziell von CrossFit empfohlene Diät ist die „Zone Diet“. Festzuhalten ist also, dass solange deine Ernährung zu deiner Gesundheit, deinem Wohlbefinden und deiner Leistungsfähigkeit beiträgt alles in Ordnung ist.

 

 

Bro-Cabulary

 

Damit ihr beim nächsten Sekten-Treffen auch das CrossFit-lingo drauf habt und nicht aus der geheimen Bruderschaft verbannt werdet, gibt’s jetzt ein paar ganz wichtige Floskeln.

 

Rhabdo: Ist die Abkürzung von Rhabdomyolyse. Das ist eine Überlastunsgerscheinung bei zu starker körperlicher Beanspruchung, die zur Folge hat, dass Musklefasern zersetzt werden. Zellbestandteile werden ins Blut freigesetzt, was zu Nierenschäden führt. Die medizinischen Details sind für Bro-cabulary erstmal irrelevant. Wer sich beim WOD wirklich sprichwörtlich zerstört hat, sollte nach rotgefärbetem Urin und extrem angeschwollener Muskulatur in den beanspruchten Regionen Ausschau halten. Das wären die ersten Anzeichen einer Rhabdomyolyse.

 

Paleo als Adjektiv: Beispielsatz „Dein Bananenweizen ist aber auch nicht paleo!“. Paleo (kommt vom Zeitalter Paleozän, vor 65 bis 55 Millionen Jahren) als Adjektiv beschreibt, ob etwas laut den Prinzipien der Paleo Diät gegessen werden sollte oder nicht. Eigentlich fallen nur natürliche, nicht weiterverarbeitete Nahrungsmittel in diese Kategorie. In CrossFit-Kreisen wird das Wort inzwischen recht inflationär und oft auch scherzhaft verwendet. Und nein, Knoppers wird auch nicht paleo obwohl man es mit Pfeil und Bogen erlegt hat und dasselbe gillt auch für dein Feierabendbier, auch wenn du es ganz frisch aus deiner Fallgrube holst.

 

Cheat-Day und Cheat-Meal: Viele, die einen strikten Ernährungsplan einhalten, gönnen sich in festen Abständen eine Auszeit, in der sie essen dürfen, was auch immer sie möchten. Der Unterschied liegt einfach darin, ob man versucht in einer Mahlzeit (Cheat-Meal) oder über einen Tag verteilt (Cheat-Day) sich all das einzuverleiben, was man sich über Tage hinweg verboten hat. Das Resultat ist dann, dass man in einem einzigen Fressgelage oder einem vollen Tag voller hemmungslosem Schlemmen und Müßiggang alles wieder verspielt, was man in der Diätphase erreicht hat. Vorsicht, das sollte nicht mit prinzipiell schlechten Essgewohnheiten verwechselt werden. Wer sich 7 Cheat-Days in der Woche gönnt, kann nicht mehr behaupten einen Ernährungsplan zu haben.

 

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