Wo leigt der Unterschied zwischen Training Target und Training Bias

01/12/2015

 

Der heutige Newsletter befasst sich mit der Konzeption von Trainingsplänen. Genau genommen soll erklärt werden, was den Unterschied zwischen Bias (Hang/Vorliebe) und Target (Zielsetzung) ausmacht. Deshalb sollten vor allem diejenigen von euch profitieren, die entweder nicht in einer Box trainieren und deshalb kein bereits erstelltes Programming (so nennen wir die Erstellung eines Trainingsplans) haben, oder zusätzlich zu den WODs noch ihr eigenes Training machen.
Für alle anderen gibt es aber interessante Einblicke, wie man Programming richtig machen sollte und ihr könnt später besser beurteilen, ob euer Programming auch wirklich durchdacht ist.
 
Grundsätzlich geht es beim CrossFit um eine Verbesserung eurer GPP (General Physical Preparedness), sprich euer Körper soll möglichst vielen unterschiedlichen Belastungen standhalten können. Das ist gegensätzlich zu den meisten Sportarten, in denen man sich auf bestimmte Fähigkeiten spezialisiert.
Dementsprechend werdet ihr im CrossFit zwangsläufig auch mit den Anforderungen konfrontiert, die euch nicht liegen, sondern tendenziell schwer fallen.
Jetzt könnt ihr den Fehler machen und euch im CrossFit so verhalten als würdet ihr eine andere Sportart ausüben und euch eure Nische suchen. Wer im Fußball eher defensiv veranlagt ist, wird logischerweise Verteidiger, wieso soll ich, wenn ich stämmig und kräftig bin, im CrossFit nicht einfach meistens liften – liegt mir doch, da ist es doch nur logisch dass ich das ausbaue?! Oder ihr macht das Gegenteil und konfrontiert euch möglichst häufig mit dem was euch am schwersten fällt.
 
Jetzt sind wir beim eigentlichen Thema angelangt. Wir lernen zu unterscheiden was ein „Programming Bias“ ist, also das unser Programming einen Hang zu bestimmten Fähigkeiten hat, und  was ein „Programming Target“ ist, bei dem wir Schwächen ins Visier nehmen.
Grundsätzlich gibt es hier kein Richtig oder Falsch, kein besser oder schlechter. Man muss sich aber im Klaren darüber sein, aus welchem Grund man sich für CrossFit Training entschieden hat. Wenn ich CrossFit Trainingsmethoden anwende, um mein sportspezifisches Athletiktraining durchzuführen, dann ist ein Programming Bias völlig gerechtfertigt. Ziel ist es ja, die Fähigkeiten zu trainieren, die ich in meinem Sport brauche. Aus diesem Grund gibt es Trainingsprogramme wie CrossFit Endurance, CrossFit Football, Outlaw Barbell etc.. Ich ziehe also einen bestimmten Aspekt meiner körperlichen Fitness vor und vernachlässige bewusst Bereiche, die nicht notwendig sind für meine Sportart.
Wenn CrossFit aber kein Mittel zum Zweck ist, sondern CrossFit mein Sport ist oder es mir einfach um eine ausgewogene Fitness geht, dann ist Programm Targeting mein Erfolgsrezept. Kurz zusammengefasst bedeutet das schlichtweg, ich trainiere am meisten meine Schwächen.
Zwei kurze Anwendungsbeispiele: Zunächst zwei Fälle, welchen Versuchungen ihr widerstehen solltet. Wir nehmen zwei Athleten die gern CrossFitter werden möchten. Einer hat einen Ausdauersport-Hintergrund, der andere kommt aus dem Kraftsport. Ersteren locken die Erschöpfung und das „sich schinden“, letzteren, dass man bei der Arbeit mit der Hantel schön ran klotzen kann. Falsch wäre es jetzt, den Ausdauerathleten WODs mit viel Volumen und wenig Technik und Intensität machen zu lassen, oder den Kraftsportler schwere, intensive WODs ableisten zu lassen. Stattdessen sollte sich jemand der genügend Ausdauer hat, gezielt Reizen, die seine Kraft steigern, ausgesetzt sehen und wer bereits über viel Kraft verfügt, sollte sich über längere Zeiträume belastet sehen um seine Ausdauer zu steigern.
Allgemein gesagt, scaled Workouts zwar so, dass sie machbar bleiben, aber begeht nicht den Fehler die WODs immer so zu gestalten, dass ihr eure Stärken ausspielen könnt.
Anders sieht es aus, wenn beide Athleten in erster Linie für ihren Sport trainieren möchten, aber CrossFit als Ergänzung ansehen. In diesem Fall ist es nämlich völlig legitim, jene Randbereiche der körperlichen Belastung zu vernachlässigen, die in der jeweiligen Sportart ohnehin nicht von Belang sind. Sprich, wer für Ausdauerwettkämpfe trainiert, wird evtl. davon profitieren, dass er durch CrossFit etwas kräftiger und sportlicher wird, aber seine Ausdauerfähigkeit wird immer seine Stärke bleiben und die Workouts dahingehend zu scalen ist in Ordnung, da er weiterhin Topleistungen in seiner Sportart erbringen können soll. Genauso kann der Kraftsportler durch mehr Ausdauer dank CrossFit, schneller regenerieren und härter oder länger trainieren, was ihn in seiner Sportart weiter bringen wird. Im CrossFit werden ihm aber lange WODs wohl nie liegen, und auf zu großes Volumen kann auch verzichtet werden.
 
Nochmal den Unterschied beider Begriffe verdeutlicht: Programming Bias bedeutet, ich weiche von der eigentlichen CrossFit Trainingsphilosophie ab und bevorzuge mit Absicht bestimmte Bereiche der körperlichen Leistungsfähigkeit, die ich gezielt verbessere. Das kann auch bedeuten, dass ich meine Stärken stärke.
Programming Target bedeutet, ich ziele mit meinem Training auf bestimmte Bereiche der Leistungsfähigkeit ab, weil dort meine Schwächen liegen. Das Ziel ist hier immer eine ausgewogene Fitness.
 
Und um den Abschlusssatz von letzter Woche aufzugreifen: Wenn ihr euer Training auf eure Schwächen ausrichtet, dann nehmt ihr diese ins Visier und arbeitet so lange an ihnen, bis ihr sie ausgemerzt habt. Das wäre wieder Target. Wenn ihr hingegen euer Training nach euren Schwächen ausrichtet, dann ist das dasselbe, wie wenn ihr euer Training nach einer Verletzung ausrichten würdet, ihr trainiert darum herum. Das ist nur sinnvoll und vertretbar, wenn ihr euch für euren Sport spezialisieren müsst.
 
Nur anhand des Trainingsplans kann ich nicht festlegen, ob es sich um einen Bias oder ein Target handelt. Es kommt darauf an, anhand welcher Kriterien die Trainingsziele gesetzt wurden.
 
Was für einen Nutzen habe ich jetzt von dem Wissen?
Du bist in einer Box und ihr seid immer ewig lange am Schwitzen und Schnaufen, allerdings müsst nie kurze, dafür aber schwere Arbeit leisten, oder in deiner Box seid ihr immer am Gewichte stemmen, aber ihr müsst euch nie lang in Bewegung halten können -tja, dann seid ihr in keiner guten Box! Denn eure Box gibt euch einen Training Bias vor, der unbegründet ist und von euch gar nicht gewünscht ist.
Du bist in einer Box, die ausgewogene WODs bietet, aber du willst dich gezielt auf bestimmte Aspekte ausrichten, weil das deinen sportlichen Zielen entspricht. Das muss nicht bedeuten, dass dir CrossFit jetzt im Weg steht. Sprich das mit deinem Coach ab und erarbeitet gemeinsam einen Programming Bias und überlegt euch wie ihr die WODs scalen müsst, damit du die richtigen Trainingsreize setzt.
Du bist in keiner Box und machst dein Programming selbst. Dann frag dich, ob du gezielt deine Schwächen offen legst und diese in den WODs angehst oder ob du, vielleicht auch unbewusst, deine Stärken stärkst. Letzteres ist nur dann vertretbar, wenn es eine gezielte Entscheidung ist um dich zu spezialisieren, wenn nicht, dann betrügst du dich selbst bei deinem Vorhaben eine ausgewogene, lückenlose Fitness zu erreichen.
Wendet euch bei Fragen zur Trainingsgestaltung gerne an uns – egal, ob per Mail, Facebook oder persönlich in der Box. Wir helfen gerne bei der Konzeption eurer WODs. Außerdem haben wir auch kein Problem damit euch zu sagen, wo eure Schwächen liegen.

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